Das beste Baguette gibt es in Senegal und heißt dort Tapa Lappa. Es hat eine goldfarbene Kruste, eine cremefarbene Molle und ein Aroma, das nur aus der Kunst des Transformierens der Zutaten Wasser, Weizenmehl, Hefe und Salz entstehen kann. Das Geheimnis ist, dem Teig seine Zeit zu lassen. Dann entsteht ein Brot, das ich immer wieder mit jungfräulichem Genuss essen kann. Es ist länglich geformt, wird in der Mitte breiter und läuft in zwei krossen, etwas dunkleren Spitzen aus. Gebacken wird es in der Casamance, im Süden Senegals und seinen dörflichen Backstuben. In Senegals Hauptstadt Dakar findet man hauptsächlich die französischen Bäckereien und Konditoreien, deren Baguette gleichmäßig hell, leicht und lang ist.

Nun hat Paris seinen besten Baguettebäcker entdeckt, und der ist Senegalese. Djibril Bodian erhielt diesen März den Preis „Meilleure baguette de Paris“. Sein Baguette ist das Tapa Lappa.

Das Brot ist Symbol für Vieles, nun auch dafür, wie die Aneignung des Anderen zu Erneuerung und Weiterentwicklung führt. Wie Byung-chul Han in seinem Buch „Hyperkulturalität“ schreibt wird erst „das Eigene (…) aus dem kulturellen Hyperraum angeeignet, d .h. nicht ererbt, sondern erworben. Die oft destruktive Trennung zwischen dem Eigenen und dem Fremden entspannt sich zum Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen. Angesagt ist die Bereitschaft zur Differenz, zum Neuen.“