Lehrveranstaltung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Studiengang Darstellendes Spiel
Kontakt: Prof. David Reuter

Mittwoch, 14. April 2008
von 14:30 Uhr bis 18:15 Uhr

Was passiert „zwischen den Kulturen“? Unsere nationale Identität erscheint immer weniger deckungsgleich mit unserer kulturellen Identität. Es passiert sogar, dass ein Gefühl der „Fremdheit“ gegenüber der „eigenen“ Kultur auftritt und man im „Anderen“ plötzlich das „Eigene“ findet. Die Unterscheidung zwischen „Eigenem“ und „Fremden“ wird so immer überflüssiger. Der Begriff „Transkulturalität“ beschreibt genau das, dass es die Kultur als abgeschlossenen identitätsstiftenden Bezugsrahmen immer weniger gibt (oder nie gegeben hat) und sich stattdessen Formen mit transkulturellen Überschneidungen und Aneignungen bilden.

In dem Tagesseminar geht es um Möglichkeiten, wie man Kategorisierungen wie z.B. Norden-Süden, Westlich-Nichtwestlich, Global-Lokal, Monokultur-Multikultur vermeiden und seinen individuellen und ortsspezifischen Zugang stärken kann. Dazu biete ich praktische Übungen an und beziehe mich auch auf Erfahrungen aus meinem letzten Kunstprojekt, TANZ PLEXUS-Kopfüber, in Senegal.

Literatur:
Byung-Chul Han, „Hyperkulturalität“; 2005
Wolfgang Welsch, „Transkulturalität – die veränderte Verfassung heutiger Kulturen“; 1999