November 2017

Begrüßung zur Ausstellung „anders wo“ am 17. Nov 2017

Herzlich Willkommen im Haus der Künstler!
Ich begrüße Sie im Namen des Vorstandes des Vereins Berliner Künstler.
Mein Name ist Claudia Michaela Kochsmeier, ich bin seit diesem Jahr neu im siebenköpfigen Vorstand des VBKs.

Meine Begrüßungsrede wird sehr kurz sein, nur ca. 3 Minuten.

Die diesjährige Vereinsausstellung zum Ende des Jahres 2017 trägt den Titel „anders wo“. Der Vorschlag dazu kam von unserem Mitglied Andrea Sunder-Plassmann. Ihre Gedanken zu dem Thema „anders wo“ fasst sie in folgenden Worten zusammen:
woanders
wo anders
anders, aber wo?
die Suche nach Identität
der Wunsch nach Verortung
Sehnsucht nach dem Anderswo
nicht hier, woanders
die anders ist/sind
nicht vorhanden
abwesend
Integration
fremd

Ich kenne das Gefühl gut, mich „anders“ zu fühlen, „anders“ als die Anderen. Wer kennt dieses Gefühl nicht?
Dazu kommt die Verortung, das „wo“. Von wo gehe ich aus? Bin ICH anders oder ist der ANDERE anders? Gehe ich von mir aus oder projiziere ich meine Gefühle woanders hin, z.B. auf den Anderen?

Ist es woanders besser als hier?
Ich wünsche mich woanders hin.
Ich fühle mich nicht wohl, ich halte es nicht aus.

Als erstes schaue ich bei mir. Wie fühle ich mich? Was entdecke ich in mir?
Als nächstes kann ich versuchen, an der Situation etwas zu ändern.
Wenn das nicht geht, gehe ich woanders hin.

Am Schönsten ist es, wenn ich mich anders fühle, weil ich immer mehr mein Selbst fühle und lebe und im Anderssein der Anderen auch mein Anderssein entdecke. Wenn ich das große Gemeinsame sehe: Wir sind alle anders, egal wo, und können auf der Reise durch unser Selbst und durch die Welt das Anderssein als Verbindendes erleben.

In den Arbeiten dieser Ausstellung sehe ich Durchblicke, Aussichten, Hindernisse, Rückblicke und vor allem das Unterwegssein.

Ich wünsche Ihnen und unserem Verein, dass wir die Vielfalt des Anderssein als Gemeinsames sichtbar machen und unser Haus, das Haus der Künstler, dafür der richtige Ort ist.
Vielen Dank für Ihre aufmerksamen Ohren.

Haben Sie einen schönen Abend!

„anderswo“ ist immer auch hier…

Herzliche Einladung zur Winterausstellung des Vereins Berliner Künstler!

Es werden 56 Kunstwerke von 56 Künstlern gezeigt und alle auch zum direkten Verkauf angeboten.

Von mir gibt es eine kleine Fotoarbeit, mitgebracht aus der Türkei, „çiçek – Blume“.

Am Dienstag, den 19.12.2017, bin ich von 15:00 bis 19:00 in der Galerie, sowie zur Eröffnung diesen Freitag.

Liebe Grüße
Claudia Michaela Kochsmeier

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anders wo
vom 18. 11. bis 23. 12. 2018
Eröffnung: Freitag, 17.11. 2017, 19 Uhr
Begrüßung: mit einer kleinen Rede von mir (Vorstand des VBK)
Ort:
Galerie VEREIN BERLINER KÜNSTLER
Schöneberger Ufer 57
D-10785 Berlin Tiergarten-Mitte
Öffnungszeiten der Galerie
Di-Fr | 15-19 Uhr
Sa-So | 14-18 Uhr
Am 6. Dezember bleibt die Galerie geschlossen.

VI. International Berlin Art & Art Education Symposium „Made by Artist“ in Berlin, pineloArtgallery 10. November 2017

Beitrag von Claudia Michaela Kochsmeier

Bildende Künstlerin, Video und Zeichnung, Berlin
www.tagtraumlexikon.de

Es gibt nichts, was die Begegnung mit einem anderen Menschen ersetzen kann. Von den individuellen Erfahrungen zu berichten ist wichtig und wie hier während des Symposiums der Austausch und die Dokumentation über und von Künstleraustausch-Projekten. Als Künstler in ein anderes Land zu reisen und sich dort mit anderen Künstlern auszutauschen ist eine ganz besondere und sehr intensive Form des Erlebens, die mit nichts sonst zu vergleichen ist.

Während der Arbeitswoche in Seben/Bolu waren für mich die Menschen und die ursprüngliche Natur der neue Erlebnisraum. Wie lebt der Mensch in der Natur?
Jeden Tag habe ich die Schlucht von Seben erkundet, bin in den Bergen rumgeklettert, habe Pflanzen und Tiere entdeckt und beobachtet. Zwischendurch habe ich mich mit den anderen Künstlern ausgetauscht, mit Worten, Gesten, Lächeln, Zeigen und vor allem mit den Gefühlen, die das Herz aussendet.

In den Bergen sind mir auch die anatolischen Hütehunde mit ihren Ziegen- und Schafherden begegnet. Diese Hunde sind oft lange alleine mit ihren Herden unterwegs und bereit, ihre Herde nicht nur zu verteidigen, sondern auch anzugreifen, wenn Gefahr droht. Deswegen gelten diese HUnde auch als gefährlich.
Ich kenne Stachelhalsbänder für Hunde, bei denen die Stacheln nach innen zeigen und den Hundehals würgen können. Diese sollen zur Erziehung des Hundes dienen.
Die Hütehunde in Seben tragen auch ein Halsband, das mit langen Metallstacheln gespickt ist. Diese Metallstacheln zeigen nach außen. Sie schützen den Hund vor dem Todesbiss des Wolfes.

Eines heißen Nachmittags wollte ich mir ein kühles Plätzchen in einer der vielen Höhlen suchen um einige Zeichnungen zu machen. Die Ziegenherde ist gerade vorbeigezogen, ich höre noch das Klingen der Ziegenglocken hinter den Felsen. Aus dem hellen Licht will ich gerade in den Schatten der Höhle treten, als mir ein verschlafenes Bellen entgegen kommt. Erschrocken weiche ich vom Höhleneingang zurück. Aus dem Dunkeln der Höhle kommt der sandfarbene Hütehund getrottet, schaut mich vorwurfvoll an. Er hat mich schon mal gesehen, als ich seine Ziegen gefilmt habe. Er hatte mir mit seinem Bellen und seiner Körpersprache gezeigt, wie nah ich an die Ziegen heran darf, das hatte gut geklappt. Jetzt ist es mein Glück, dass er mich erkennt. Ich wollte ihn wirklich nicht bei seinem Schläfchen in der Kühle der Höhle stören. Wir schauen uns respektvoll an und gehen beide unserer Wege…

In diesen türkischen Hütehunden sehe ich ein Bindeglied zwischen dem Menschen und der Natur. Der Hund lebt frei in den Bergen und dient dabei dem Menschen. Der Mensch sorgt für den Hund und der Hund erfüllt seine von Menschen übertragene Aufgabe, die der Mensch alleine in der Natur nicht bewältigen kann. Mensch und Hund kommunizieren miteinander.

Diese Verbindung zwischen Mensch und Natur habe ich in meiner Videoarbeit „Mağara – Höhle“ als grundlegende Erfahrung gespeichert.

Videostill aus „Mağara – Höhle“
2017