Gedankenmontage zum Abschluss des Projektes „0,44 PS – Das eigentliche Automobil ist der Mensch“
Menschliche Bewegung ist immer Bewegung einer Person: Selbstbewegung
Ich möchte die Materie, den Raum als eine Begrenzung im positiven Sinne sehen. Die Begrenzung des Wo, die die Grenzenlosigkeit des Wie hervorbringt. Das Talent eines Menschen ist wie ein Muskel, der verkümmert, wenn er seine Kraft nicht gegen Widerstände einsetzten kann. Das Verlangen nach Freiheit erwächst innerhalb eines Kreises von Hindernissen. Jeder Widerstand kann sich so in ein Geschenk verwandeln.
„ Dieses Streben finden wir auch bei Kindern. Kinder wollen groß werden. Darauf verwenden sie eine unglaubliche Energie, Wissbegierde und Bereitschaft, sich aufs Spiel zu setzen. Kinder müssen Grenzen überschreiten, um Handlungsfähigkeit und Verhaltenssicherheit zu entwickeln. Damit suchen sie das Risiko und die spannungsreiche Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, das macht sie stark. Sie lernen an Widerständen und Herausforderungen, sie gewinnen Erfahrungen aus sozialen Konflikten, die sie zu sozialen Vereinbarungen zwingt, sie müssen kulturelle Missverständnisse überwinden, die aus der unterschiedlichen Deutung von Dingen und Ereignissen erwachsen und sie müssen emotionale Krisen des Selbst bewältigen, etwa wenn sie die Balance im Umgang mit der Umwelt verlieren. Die Handlungsfreiheit wird eingeschränkt. Der Umgang mit all diesen Störungen verlangt von den Kindern wie uns Erwachsenen eine Neuorientierung: Unser Können muss den veränderten Umständen entsprechend neu organisiert werden, unsere Fähigkeiten werden weiter entwickelt, um die Freiheit auf einer höheren Ebene wieder zu gewinnen.“ (Knut Dietrich)
Bewegen heißt Wahrnehmen
Claudia Michaela Kochsmeier (CMK) an Dr. em. Prof. Knut Dietrich am 9. Mai 2010
Anmerkungen von Dr. em. Prof. Knut Dietrich (KD) vom 24.Mai.2010
CMK: Nam June Paik hat die Sentenz von Hegel „ was vernünftig ist, das ist wirklich, und was wirklich ist, das ist vernünftig“ abgewandelt, in dem er „vernünftig“ und „wirklich“ durch erzieherisch“ und „ästhetisch“ ersetzt: „What is most educational is most aesthetic, and what is most aesthetic is most educational.“ … weiter zum Artikel Die Bewegung des Selbst