Schleier
2010, 1-Kanal-Videoprojektion, 1-Kanal-Sound, 45 min

Als ich Andrej Tarkowskijs “Solaris” das erste Mal im Kino sah, tauchte ich vom ersten bis zum letzten Bild in die Solariswelt ein, vom ersten bis zum letzten Bild begleitet von einem untergründigen, rhythmischen, nicht zu spezifizierenden Sound. Das war der Sound von Solaris, dem unerklährlichen, nicht fassbaren Planeten. Der Planet lässt Gedanken zu Erscheinungen werden. Solaris wird zum Ich der Menschen, die auf der Solaris-Raumstation leben. So wie die Gedankenwelt der Menschen scheint sich auch der Sound auf der Schwelle zwischen Formlosigkeit und Gestalt zu befinden.

Erst später bekam ich mit, dass der Sound, den ich damals hörte, von einer defekten Tonspur der Filmkopie erzeugt worden sein musste.

“Schleier” ist meine sich manifestierende Vorstellungswelt des Planeten und seines Sounds.

Videobilder entstehen aus “visuellem Staub” (Bergson). Sound entsteht aus akustischem Staub.

Soundnebel/veil (mp3)


Installationsansichten im alten Gartenbauamt im Jenischpark Hamburg, Hochrad 75
Hochrad75

Videostills
Schleier1

Schleier3
Schleier4